Der Aufstand der Vernunft

Ayn Rands Objektivismus

  • Willkommen!

    "Ayn Rands Philosophie hat Tausende von Leben verändert, meines eingeschlossen, und hat die Macht, den Lauf der Geschichte zu ändern", so beginnt Leonard Peikoff sein Standardwerk Objectivism - The Philosophy of Ayn Rand (OPAR). Diese Website versucht einen Beitrag dazu zu leisten, dass der Objektivismus seine positive Wirkung -was bedeutet: das Leben eines Individualisten zu führen - auch im deutschsprachigen Raum entfalten kann. Bis zum Ende des Jahres 2008 sollen Texte zu allen Bereichen der objektivistischen Philosophie erstellt werden. Ein Blog ist auch vorhanden, der, wenn möglich, einmal pro Monat aktualisiert wird. Texte ohne Namensnennung sind von mir. Sie können für das Internet -gegen Nennung der Quelle- frei verwendet werden. Alle anderen Verwendungen nur gegen vorherige Genehmigung. Texte mit Namensnennung dürfen nur mit Erlaubnis des jeweiligen Autoren genutzt werden. Gute Prämissen wünsche ich allen Lesern!
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    Craig Biddle ist Herausgeber der Zeitschrift The Objective Standard und hat jetzt mit Mark Da Cunha vom CapitalismMagazine.com ein Interview geführt, dass ich den Lesern dieser Website nur wärmstens empfehlen kann.
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  • Nachruf auf eine Heldin

    For your magnificent achievement in formulating the philosophy of Objectivism; For your incomparable literacy epics, "The Fountainhead" and "Atlas Shrugged"; For your untiring battle against mediocrity, triviality, the cult of the parasite and the second-hander; For your fearless advocacy of reason, individualism and laissez-faire capitalism; For your unassailable exposure of the moral bankcruptcy of all forms of collectivism, mysticism and altruism; For your unflinching commitment to the heroic, the perfect - the total passion for the total height - and your own embodiment thereof ...

    Lindsay Perigo

  • Zitate

    - Wenn die Vernunft ein Geschenk des Himmels ist und wenn man vom Glauben das gleiche sagen kann, so hat uns der Himmel zwei unvereinbare, einander widersprechende Geschenke gemacht.

    Denis Diderot

    - Geschichte ist eine Philosophie, die uns durch Beispiele lehrt.

    Lord Bolingbroke

    - Angenehm ist am Gegenwärtigen die Tätigkeit, am Künftigen die Hoffnung und am Vergangenen die Erinnerung. Am angenehmsten und in gleichem Maße liebenswert ist das Tätigsein.

    Aristoteles

    - Schönheit ist Wahrheit, Wahrheit ist Schönheit -- dass ist alles was Du weisst von der Welt, und alles was Du zu wissen brauchst.

    John Keats

    - Wer die Natur beherrschen will, muss ihr gehorchen.

    Francis Bacon
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Wie Kant Raum für den Glauben schaffte

Posted by objektivisten on März 6th, 2008

paulsen_friedrich2.jpg In der Ausgabe Oktober 1975 der Zeitschrift The Ayn Rand Letter beschäftigt sich Ayn Rand in dem Aufsatz From The Horse’s Mouth (auch enthalten in dem Sammelband Philosophy: Who Needs It?) mit dem Buch Immanuel Kant: Sein Leben und seine Lehre (englisch: "Immanuel Kant: His Life and Doctrin") des deutschen Philosophen Friedrich Paulsen (1846 - 1908). Paulsen ist ein überzeugter (wenn auch kein unbedingter) Anhänger Kants und seine Darstellung der Philosophie Kants ist so empörend für Rand, weil sie sein Buch als ein Symptom ansieht für die Zustand der Welt des 19. Jahrhundert (das Buch erschien 1898), eine Welt, die existenziell die beste war in der Geschichte des Westens, philosophisch aber die schlechteste: "Paulsen demonstriert nur, wie vollständig diese Bösartigkeit sich verbreitet hatte in der westlichen Kultur am Anbeginn des 20. Jahrhunderts."  Und die Ursache dieser Bösartigkeit liegt im Wirken des Philosophen aus Königsberg. Der "ehrliche Kommentator" Paulsen, so Rand, versuche gar nicht, Kants Philosophie zu verschleiern: "Es gibt drei Verhaltensweisen des Geistes zur Wirklichkeit, die Anspruch auf Wahrheit machen: Religion, Philosophie und Wissenschaft. (…) Im Allgemeinen nimmt die Philosophie eine Mittelstellung zwischen Wissenschaft und Religion ein. (…) Als ihre eigentümliche Aufgabe stellt sich der geschichtlichen Betrachtung eben darum die Vermittlung zwischen Wissenschaft und Religion dar; sie strebt das Wissen und den Glauben zur Einheit zu führen und dadurch die Einheit des geistigen Lebens herzustellen. Sie leistet das dem Einzelnen und der Gesamtheit; wie sie dort zwischen Kopf und Herz vermittelt, so hindert sie hier, dass Wissenschaft und Religion einander völlig fremd und gleichgültig werden, dass das geistige Leben des Volks auseinander fällt in glaubensscheue Wissenschaft und wissensscheuen Glauben oder Aberglauben." (zitiert nach dem deutschen Original, Stuttgart 1924, 7. Auflage) Die Konflikt zwischen Wissen und Glauben, erklärt Paulsen, habe "sich durch die ganze Geschichte der menschlichen Denkens" (S. 4) gezogen und Kants große Leistung bestehe daraus, dass er sie versöhnt habe: "So löst die kritische Philosophie das alte Problem des Verhältnisses von Wissen und Glauben auf. Kant ist überzeugt, dass es ihm gelungen ist, durch richtige Grenzscheidung der Gebiete den Grund zu einem ehrlichen und dauernden Frieden zwischen ihnen gelegt zu haben. In der Tat wird hierauf in erster Linie die Bedeutung und Lebenskraft seiner Philosophie beruhen. Im einzelnen mag uns manches an ihr unanehmbar sein, das ist ihr bleibendes Verdienst, dass die Grenzlinie zwischen dem Wissen und Glauben in großen Zügen zum erstenmal mit sicherer Hand gezogen hat: sie gibt dem Wissen, was ihm gehört, die ganz Welt der Erscheinung zu freiester Untersuchung; sie gibt andererseits dem Glauben, was sein ewiges Recht ist: die Deutung des Lebens und der Welt aus dem Gesichtspunkt der Werte." (S. 6) Diese Aufteilung, lautet Rands Interpretation, erlaubt der Vernunft, die materielle Welt zu erobern, aber eliminiert sie von der Auswahl der Ziele, für die die materiellen Errungenschaften eingesetzt werden sollen: "In Kants System hat die Moralität nichts zu tun mit dieser Welt, auch nichts mit der Vernunft oder der Wissenschaft, sondern kommt -durch die Gefühle- aus einer anderen, unerkennbaren, ‘noumenalen’ Dimension." Rand beschreibt anhand eines Beispiels die praktischen Folgen einer Begrenzung der Wissenschaft auf die materielle Welt und des Glaubens auf den Bereich der Moralität und macht die überlebenswichtige Bedeutung der Philosophie dadurch deutlich: "Was wäre, wenn einer von jenen Männern politische Macht bekommen würde, und müßte über die Frage entscheiden, ob er einen Atomkrieg auslösen möchte. Als ein Kantianer müßte er diese Entscheidung nicht aufgrund von Vernunft, Wissen und Fakten treffen, sondern aufgrund des Drängens des Glaubens, d.h. von Gefühlen, d. h. von Launen."