Der Aufstand der Vernunft

Ayn Rands Objektivismus

Ayn Rands Randbemerkungen

Posted by admin on Februar 8th, 2010

Ayn Rand machte ausgiebige Randbemerkungen in den Büchern und Zeitschriften, die sie las, und Robert Mayhew (Ayn Rand’s Marginalia) verdanken wir es, dass diese Kommentare heute in Buchform einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. Auch wenn man nicht vergessen sollte, dass Rand diese Bemerkungen nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen hatte, und sie somit nicht unbedingt als abschließendes Urteil über einen Autor angesehen werden sollten, sind sie doch so aufschlussreich, dass eine Lektüre sich durchaus lohnt. In den meisten Fällen sind die Bemerkungen negativer Natur, was sich daraus ergibt, dass Zustimmung natürlich ausgedrückt werden kann, wie es Rand zum Beispiel in Bezug auf Barry Goldwaters The Conscience of a Conservative (deutsch: “Das Gewissen eines Konservativen”) tat, aber es bedarf nicht vieler Worte, weil das Argument in den Worten des Autors schon dargelegt wurde. Anders verhält es sich bei Autoren, mit denen man nicht übereinstimmt, denn der Dissens bedarf der Erklärung. Sehr deutlich fällt die Ablehnung von Friedrich A. Hayeks Buch The Road to Serfdom (deutsch: “Der Weg zur Knechtschaft”) durch Rand aus, und aus den Vorbemerkungen von Robert Mayhew wird deutlich, dass Hayek von Rand nicht als ideologischer Verbündeter angesehen wurde – im Gegenteil. In einem Brief an Rose Wilder Lane vom 21. August 1946 bemerkt Rand: „Jene, die mit uns in gewisser Hinsicht übereinstimmen, gleichzeitig jedoch auch gegensätzliche Ideen predigen, sind definitiv schädlicher als hundertprozentige Feinde. Als ein Beispiel für einen unserer bösartigsten Feinde würde ich Hayek nennen.“ Bei ihren Randbemerkungen macht Rand aus ihrem Herzen keine Mördergrube und artikuliert heftige Ablehnung durch solche Ausdrücke wie „the damn fool“, „the total, complete, vicious bastard“, „the damn idiot“ und sogar „the ass“. Inwieweit sie Hayek für einen Kollektivisten hält, bleibt offen, aber dass sie Hayek vom kollektivistischen Denken für infiziert hält, wird deutlich: „Der Narr ist so voll mit all den Platitüden des Kollektivismus, dass es erschreckend ist.“

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Eine Bank, die Freiheit will, und keine Rettungspakete

Posted by admin on September 1st, 2009

Einen sehr lesenswerten Artikel über Ayn Rand, aber vor allem über John A. Allison, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von BB&T, gibt es in der New York Times. Zwar zitiert der Autor, Andrew Martin, auch den Rand-Kritiker Brian Leiter, den Craig Biddle als “subjektivistischen Philosophen” bezeichnet, aber dieser Teil nimmt nur einen geringen Umfang ein. Allison wurde zu seiner Zeit auf dem College mit den Ideen von Ayn Rand vertraut, als er ihre Aufsatzsammlung Capitalism: An Unknown Ideal las. Read the rest of this entry »

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Bewerbt Euch beim OAC!

Posted by admin on Juli 21st, 2009

70442Wer durch diese Website oder durch die Lektüre von Ayn Rands Romanen “auf den Geschmack” gekommen” ist und seine Kenntnisse in Sachen Philosophie und Objektivismus auf eine noch höhere Stufe stellen möchte, für den gibt es auch eine ausgezeichnete Möglichkeit, auf die ich interessierte Leser gerne verweisen möchte: Ein Studium am Objectivist Academic Center. Read the rest of this entry »

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Vom Wert der besseren Ideen

Posted by admin on Juni 9th, 2009

41aqVpF-JEL__SL500_AA240_Im Jahr 1959 hielt der Ökonom Ludwig von Mises in Buenos Aires sechs Vorträge, die man jetzt auch in deutscher Sprache nachlesen kann. Vom Wert der besseren Ideen heißt das Buch, das diese Vorträge enthält, in denen von Mises eine mitreißende Verteidigung des Kapitalismus abliefert, wie sie gerade in diesen Tagen von “Rettungspaketen” und “Stimulierung der Wirtschaft” so dringend erforderlich ist. Wer vorab oder zum Vergleich ein wenig im Originaltext lesen möchte, kann dies auf der Site des CapitalismMagazine.com tun. Eine dreiteilige Artikelserie gibt die Vorlesung zum Thema “Kapitalismus” wider. Im ersten Teil äußert sich von Mises über Capitalism: Mass Production and the Standard of Living. In diesem Aufsatz erinnert von Mises daran, dass die sog. “Automobil-Könige”, “Stahl-Könige” und “Schokoladen-Könige” des Kapitalismus überhaupt nicht herrschen, sondern dienen. Der zweite Artikel trägt den Titel: Capitalism – Opposition from the Intellectuals. Mises bezeichnet in diesem Aufsatz die Behauptungen, dass die Frauen und Kinder, bevor sie in den neuen Fabriken der industriellen Revolution arbeiteten, unter zufrieden stellenden Bedingungen gearbeitet hätten, eine der größten Unwahrheiten der Geschichte: “Und all das Gerede über den sogenannten unbeschreiblichen Schrecken des frühen Kapitalismus kann zurückgewiesen werden durch eine einzige Statistik: Genau in den Jahren, in denen sich der britische Kapitalismus entwickelte, genau in der Zeit, die wir industrielle Revolution nennen, in den Jahren von 1760 bis 1830, genau in den Jahren verdoppelte sich die Bevölkerung, was bedeutet, dass Hunderte oder Tausende von Kindern -die in den vorhergehenden Zeiten gestorben wären- überlebten, und zu Männern und Frauen heranwuchsen.” Read the rest of this entry »

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Leonard Peikoff über den “gerechten Krieg”

Posted by admin on Mai 25th, 2009

Leonard Peikoff hielt im Jahr 2003 eine Rede vor Kadetten der US-Militärakademie in West Point über das Thema Was ist ein gerechter Krieg?, 29 Jahre nachdem Ayn Rand dort referieren durfte, damals im März 1974 zum Thema Philosophy: Who needs it. Peikoff bezeichnete dort den Krieg im Irak nicht nur als “falschen Krieg”, sondern als einen Krieg, der mit den völlig falschen Mitteln geführt würde – ein Krieg, der nicht auf Selbstverteidigung basiere, sondern auf “Liebe”. Peikoff betrachtet zwei Aspekte, nach denen Kriege moralisch bewertet werden müssen: der Grund für den Krieg und die Art, in die er geführt wird. In der erstgenannten Kategorie gibt es zwei Arten von Kriegen, die als unmoralisch oder ungerecht bezeichnet werden können: Aggressionskriege gegen unschuldige Nationen und Sozialfürsorge-Kriege. Die erstgenannten Kriege werden weitgehend als unmoralisch akzeptiert, wohingen die zweite Gruppe von Kriegen hochgradig kontrovers ist. Die einzige Art von Kriegen, die Peikoff als moralisch ansieht, sind Kriege zur Selbstverteidigung (was präventive Kriege nicht ausschließt, falls objektive Beweise existieren, die die Bedrohung nachweisen). Hinsichtlich der eingesetzten Mittel schlägt Peikoff zwei Kriterien zur Bewertung vor: die Zahl der Opfer auf der eigenen Seite (die so gering wie möglich sein sollte) und die massive Zerstörung des Feindes, die so groß sein sollte, dass sie den Willen des Feindes bricht und er in der Zukunft keine Bedrohung mehr darstellt. Wiederum wird das erste Kritierium allgemein anerkannt, während das zweite kontrovers ist. Peikoff betont in seiner Erläuterung dieses Punktes, dass nicht nur die bewaffneten Streitkräfte des Feindes und die politische Führung angegriffen werden sollten, sondern sie sollten überall dort eingesetzt werden, wo sie zu einer Demoralisierung des Feindstaates beitragen könnten und somit seinen Sturz beschleunigen könnten. Den 2. Weltkrieg betrachtet Peikoff als einen gerechten Krieg und als einen, der mit den richtigen Mitteln geführt wurde. Je mehr von den “unbegrenzten” Kriegen geführt würden, je weniger davon seien notwendig, weil Aggressor-Nationen amerikanischen Drohungen ernst nehmen würden.

Information: Leonard Peikoff at West Point

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Ayn Rands Interview mit dem “Playboy”

Posted by admin on April 30th, 2009

Ayn Rands Interview mit der Zeitschrift Playboy aus dem März 1964 stellt immer noch eine der besten Zusammenfassungen der Philosophie des Objektivismus bis zum heutigen Tag dar. Der Playboy erschien seinerzeit in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren und konnte damit Rands Thesen einem breiten Publikum zugänglich machen. Einer von denen, der durch dieses Interview Ayn Rand entdeckte, war der damals 16jährige Don Hauptmann: “Wie so viele Objektivisten sagen, mein Leben wurde verändert.” Fast vierzig Jahre später war es dieser Don Hauptmann, der bei Christie’s die Dokumente um dieses Interview anläßlich der Feiern zum 50jährigen Bestehen der Zeitschrift ersteigern konnte. Auf den Originalabschriften des Interviews finden sich zahlreiche handgeschriebene Anmerkungen von Rand, der insgesamt mindestens drei Versionen des Interviews vorgelegt wurden. Rand änderte nicht nur ihre Antworten, sondern zum Teil auch die Fragen ihres Gesprächspartners Alvin Toffler. So gefiel ihr die mehrfach von Toffler verwendete Ausdrucksweise “Do you feel …?” nicht, da ihr bekanntermaßen eine emotionale Terminologie zur Beschreibung kognitiver Aktivitäten mißfiel. Rand konnte sich allen Änderungwünschen gegenüber der Redaktion durchsetzen und war ausgesprochen zufrieden mit dem schließlich veröffentlichtem Endresultat. Don Hauptmann veröffentlicht in einem Aufsatz erstmalig Teile der nicht veröffentlichten Passagen des Interview.
Er weist aber darauf hin, dass die gestrichenen Passagen keine Geheimnisse über Rand enthüllen, es gebe keine Bekenntnisse zu Kant oder Kandinsky. Rands Antworten würden aber Ansichten zu Themen zeigen, die sie sonst nirgendwo angesprochen hat. Read the rest of this entry »

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Die Zehn Gebote vs. Amerika

Posted by admin on Februar 2nd, 2009

Dr. Harry Binswanger aus dem Vorstand des Ayn Rand Institute unterzieht die Zehn Gebote des Alten Testaments einer philosophischen Bewertung. Für Binswanger steht die Philosophie der Zehn Gebote in einem völligen Gegensatz zu der Philosophie der Vereinigten Staaten als einer freien Gesellschaft. In seiner Analyse heißt es unter anderem:

“Zusammenfassend läßt sich sagen, dass der erste Block der Gebote befiehlt, sich zu verneigen, zu kriechen und zu gehorchen. Die läßt sich unmöglich versöhnen mit dem amerikanischen Konzept eines selbständigen, sich selbst besitzenden Individuums. Read the rest of this entry »

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Freiheit und Prosperität – Die Ursachen und Konsequenzen der Weltwirtschaftskrise

Posted by admin on Januar 8th, 2009

Richard M. Salsman hat in einem Artikel für die objektivistische Zeitschrift The Intellectual Activist (2004) die Ökonomen aufgefordert, die Weltwirtschaftskrise unverfroren “simplizistisch” zu betrachten – im besten Sinne des Wortes: “Sie müsssen die Tatsache klar identizfieren, dass die Weltwirtschaftskrise durch Etatismus verursacht wurde. Aber da genau die gegenteilige Sichtweise – oder überhaupt keine konsistente Sichtweise – den Fachbereich durchdringt, werden wir fortgesetzt unter den Bösartigkeiten und Erniedrigungen des Etatismus leiden.” Salsman setzt sich auch mit dem “Mythos” auseinander, dass der 2. Weltkrieg der Schlüssel zu einer wirtschaftlichen Erholung war, da die Arbeitslosenrate in den USA schließlich von durchschnittlich 17,2 % im Jahr 1939 auf 1,5 % in den Jahren 1944/1945 zurückgegangen war, was dies angeblich beweisen soll: “Etatisten umgehen typischerweise die Tatsache, dass die Regierung keinen Reichtum schafft, und dies auch nicht kann: sie kann ihn nur leihen, stehlen oder zerstören. Read the rest of this entry »

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McBama vs. Amerika

Posted by admin on November 3rd, 2008

Wer auch immer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein wird, mit der Stimme von Craig Biddle, Buchautor und Herausgaber der Zeitschrift The Objective Standard, wird er nicht gewählt worden sein, denn wie Biddle in der Herbstausgabe der Zeitschrift kundtat, wird er keinem Kandidaten seine Stimme geben. Und bereits die Überschrift deutet an, warum dies so sein wird: McBama vs. America. Diese beiden Kandidaten, so Biddle, seien nicht unterscheidbar was ihre Grundsätze angehe, was darauf zurückgehe, dass Obama und McCain Aufopferung als moralisch ansehen würden. Der Frage, ob einer der Kandidaten möglicherweise als das kleinere Übel angesehen werden könne -so wie es etwa Robert Tracinski sieht (der allerdings zu Zeiten der Vorwahlen noch klar gegen McCain argumentiert hatte: “McCain ist eine selbstmörderische Wahl für die Republikaner, weil er bei jedem Thema mit Ausnahme des Krieges für eine Kapitulation vor den Linken steht.”)-, geht Craig Biddle nicht nach, sondern versichert, dass er sich den Weg zur Wahlkabine sparen wird, um die Zeit für einen intellektuellen Aktivismus zu nutzen, und er empfiehlt seinen Lesern, es ihm gleich zu tun. Read the rest of this entry »

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Feuerwaffen und das Recht auf Selbstverteidigung

Posted by admin on Oktober 7th, 2008

Diana Hsieh (Foto) bemerkt auf ihrem Blog, dass “viele Objektivisten” beim Thema Waffenrechte “lauwarm” wären. Sie selbst hat einen Waffenschein zum Tragen einer verborgenen Schusswaffe, darf allerdings auf dem Universitätsgelände, wo sie derzeit ein Graduiertenstudium absolviert, keine Waffe tragen. Dieses universitäre Verbot hat sie kürzlich in einem Leserbrief an die Zeitung The Gazette kritisiert. Ob die “lauwarme” Haltung vieler Objektivisten, von der Diana spricht, auch damit zu tun hat, dass Ayn Rand selbst zum Thema Waffenrechte (Übersicht hier) keine eindeutige Position einnahm (jedenfalls nicht in ihren Veröffentlichungen), kam man nur spekulieren. Read the rest of this entry »

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