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	<title>Der Aufstand der Vernunft &#187; Objektivismus</title>
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	<description>Ayn Rands Objektivismus</description>
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		<title>Ayn Rands Randbemerkungen</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 10:28:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ayn Rand machte ausgiebige Randbemerkungen in den Büchern und Zeitschriften, die sie las, und Robert Mayhew (Ayn Rand’s Marginalia) verdanken wir es, dass diese Kommentare heute in Buchform einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. Auch wenn man nicht vergessen sollte, dass Rand diese Bemerkungen nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen hatte, und sie somit nicht unbedingt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.objektivisten.org/wp-content/uploads/2010/02/ar22b_2202.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-153" title="ar22b_220" src="http://www.objektivisten.org/wp-content/uploads/2010/02/ar22b_2202.jpg" alt="" width="146" height="220" /></a>Ayn Rand machte ausgiebige Randbemerkungen in den Büchern und Zeitschriften, die sie las, und Robert Mayhew (<em>Ayn Rand’s Marginalia</em>) verdanken wir es, dass diese Kommentare heute in Buchform einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. Auch wenn man nicht vergessen sollte, dass Rand diese Bemerkungen nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen hatte, und sie somit nicht unbedingt als abschließendes Urteil über einen Autor angesehen werden sollten, sind sie doch so aufschlussreich, dass eine Lektüre sich durchaus lohnt. In den meisten Fällen sind die Bemerkungen negativer Natur, was sich daraus ergibt, dass Zustimmung natürlich ausgedrückt werden kann, wie es Rand zum Beispiel in Bezug auf Barry Goldwaters <em>The Conscience of a Conservative</em> (deutsch: &#8220;Das Gewissen eines Konservativen&#8221;) tat, aber es bedarf nicht vieler Worte, weil das Argument in den Worten des Autors schon dargelegt wurde. Anders verhält es sich bei Autoren, mit denen man nicht übereinstimmt, denn der Dissens bedarf der Erklärung. Sehr deutlich fällt die Ablehnung von Friedrich A. Hayeks Buch <em>The Road to Serfdom</em> (deutsch: &#8220;Der Weg zur Knechtschaft&#8221;) durch Rand aus, und aus den Vorbemerkungen von Robert Mayhew wird deutlich, dass Hayek von Rand nicht als ideologischer Verbündeter angesehen wurde – im Gegenteil. In einem Brief an Rose Wilder Lane vom 21. August 1946 bemerkt Rand: „Jene, die mit uns in gewisser Hinsicht übereinstimmen, gleichzeitig jedoch auch gegensätzliche Ideen predigen, sind definitiv schädlicher als hundertprozentige Feinde. Als ein Beispiel für einen unserer bösartigsten Feinde würde ich Hayek nennen.“ Bei ihren Randbemerkungen macht Rand aus ihrem Herzen keine Mördergrube und artikuliert heftige Ablehnung durch solche Ausdrücke wie „the damn fool“, „the total, complete, vicious bastard“, „the damn idiot“ und sogar „the ass“. Inwieweit sie Hayek für einen Kollektivisten hält, bleibt offen, aber dass sie Hayek vom kollektivistischen Denken für infiziert hält, wird deutlich: „Der Narr ist so voll mit all den Platitüden des Kollektivismus, dass es erschreckend ist.“</p>
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		<title>Ayn Rands Interview mit dem &#8220;Playboy&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 14:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ayn Rands Interview mit der Zeitschrift Playboy aus dem März 1964 stellt immer noch eine der besten Zusammenfassungen der Philosophie des Objektivismus bis zum heutigen Tag dar. Der Playboy erschien seinerzeit in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren und konnte damit Rands Thesen einem breiten Publikum zugänglich machen. Einer von denen, der durch dieses Interview [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://www.objektivisten.org/wp-content/uploads/2009/04/adultjpg.jpg'><img class="left" src="http://www.objektivisten.org/wp-content/uploads/2009/04/adultjpg-226x300.jpg" alt="" title="adultjpg" width="226" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-131" /></a>Ayn Rands Interview mit der Zeitschrift <a href="http://www.playboy.com/articles/ayn-rand-playboy-interview/index.html">Playboy</a> aus dem März 1964 stellt immer noch eine der besten Zusammenfassungen der Philosophie des Objektivismus bis zum heutigen Tag dar. Der <em>Playboy</em> erschien seinerzeit in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren und konnte damit Rands Thesen einem breiten Publikum zugänglich machen. Einer von denen, der durch dieses Interview Ayn Rand entdeckte, war der damals 16jährige Don Hauptmann: &#8220;Wie so viele Objektivisten sagen, mein Leben wurde verändert.&#8221; Fast vierzig Jahre später war es dieser <a href="http://www.objectivistcenter.org/showcontent.aspx?ct=836&#038;h=53">Don Hauptmann</a>, der bei Christie&#8217;s die Dokumente um dieses Interview anläßlich der Feiern zum 50jährigen Bestehen der Zeitschrift ersteigern konnte. Auf den Originalabschriften des Interviews finden sich zahlreiche handgeschriebene Anmerkungen von Rand, der insgesamt mindestens drei Versionen des Interviews vorgelegt wurden. Rand änderte nicht nur ihre Antworten, sondern zum Teil auch die Fragen ihres Gesprächspartners Alvin Toffler. So gefiel ihr die mehrfach von Toffler verwendete Ausdrucksweise &#8220;Do you feel &#8230;?&#8221; nicht, da ihr bekanntermaßen eine emotionale Terminologie zur Beschreibung kognitiver Aktivitäten mißfiel. Rand konnte sich allen Änderungwünschen gegenüber der Redaktion durchsetzen und war ausgesprochen zufrieden mit dem schließlich veröffentlichtem Endresultat. Don Hauptmann veröffentlicht in einem Aufsatz erstmalig Teile der nicht veröffentlichten Passagen des Interview.<br />
Er weist aber darauf hin, dass die gestrichenen Passagen keine Geheimnisse über Rand enthüllen, es gebe keine Bekenntnisse zu Kant oder Kandinsky. Rands Antworten würden aber Ansichten zu Themen zeigen, die sie sonst nirgendwo angesprochen hat.<span id="more-132"></span><br />
Zu Beginn des Interviews spricht der Interviewer das Thema einer Antipathie gegenüber Ideologien an sich an, weil sie Intoleranz und Fanatismus ermutigen könnten. Rand kontert mit dem alles entscheidenden Hinweis auf die Art der Philosophie, auf die es ankomme: &#8220;Es ist Irrationalität, die zu Fanatismus führt und Inkonsistenz, die zu Destruktion führt. Der Mensch kann der Tatsache nicht entgehen, dass er eine Philosophie braucht. Die einzige Frage ist: Welche Art von Philosophie? Wenn ein Mensch konsistent an Produktion glaubt und ein anderer Mensch glaubt konsistent an Raub, dann wird die Natur dieser Konsistenz und werden ihre Konsequenzen nicht die gleichen sein. Die Gräueltaten, die Sie erwähnten, werden von Philosophie verursacht &#8211; von der falschen Art von Philosophie. Sie werden verursacht durch den Einfluss von dem, was ich die platonistische Denkschule nenne.&#8221; </p>
<p>Toffler provoziert Rand dann mit der Frage, warum eine Mutter ihr Kind lieben solle, das doch noch viel zu jung sei, um diese Liebe verdient zu haben und Rand habe doch in <em>Atlas Shrugged</em> behauptet, dass niemand Unverdientes fordern oder gewähren sollte. Die nachfolgende Antwort wird von Rand allerdings gestrichen, weil sie bemerkt haben könnte, dass ihre Antwort nicht vollständig gewesen ist: &#8220;Sie meinen dies nicht wirklich als ernsthafte Frage? Zunächst einmal: Wenn eine Mutter ein verantwortliches, rationales Wesen ist, hat sie kein Kind aus Versehen, sondern durch ihre Entscheidung. Ein Kind hat einen Wert für sie, einfach deshalb, weil es ein menschliches Wesen ist, dass -wenigstens physisch- durch sie geschaffen wurde. Die Eltern des Kindes schulden ihm Unterstützung bis zur Volljährigkeit mit 21, also bis zu dem Zeitpunkt, wo es sich selbst helfen kann. Dies ist eine gewählte Verpflichtung, die rationale Eltern akzeptieren, wenn sie die Entscheidung treffen, ein Kind zu haben. Sie müssen die Konsequenzen ihrer eigenen Entscheidung akzeptieren. Aber müssen sie das Kind lieben? Nein, nicht notwendigerweise. Dies hängt von der Bewertung seines Charakters ab im Verlauf des Erwachsenwerdens. Es muss ihre Liebe verdienen &#8211; wie sie seine verdienen müssen.&#8221; </p>
<p>In der Diskussion über Sex und Hedonismus fragt Toffler nach der Immoralität von Spielen oder Trinken, worauf Rand so antwortet: &#8220;Zunächst einmal gehören Spielen und Trinken nicht in die gleiche Kategorie wie Sex. Trinken an sich ist nicht unmoralisch, es sei denn eine Person ist ein Säufer. Sich nur einen Drink zu genehmigen, ist kaum eine moralische Frage. Es wird nur dann unmoralisch, wenn ein Mensch sich bis zu dem Punkt trinkt, wo er seinen Verstand erstickt und hemmt. Was das Spielen angeht, ich würde nicht sagen, dass eine Person die gelegentlich spielt, unmoralisch ist. Aber wenn das Spielen mehr wird als ein zwangloses Spiel, dann ist es unmoralisch aufgrund der motivierenden Prämisse für das Spielen. Die Leidenschaft für das Spielen ergibt sich aus der Überzeugung eines Menschen, dass er keine Kontrolle über sein Leben hat, dass er kontrolliert wird vom Schicksal, und deshalb möchte er sich vergewissern, dass das Schicksal oder das Glück auf seiner Seite sind.&#8221; </p>
<p>Rand streicht auch den ursprünglichen Hinweis, dass sie antikommunistisch sei und ersetzt ihn durch die Bemerkung, dass sie ihre Position niemals in negativen Begriffen beschreibe.<br />
Auch eine der Bildunterschriften gefällt ihr nicht und sie wählt folgendes Zitat aus ihrem Interview: &#8220;Der Kollektivismus als intellektuelle Kraft und moralische Idee ist tot. Aber Freiheit und Individualismus, und ihr politischer Ausdruck, Kapitalismus, sind noch nicht entdeckt worden.&#8221; Auch vierzig Jahre nach dem diese Worte gesprochen wurden, noch unverändert aktuell. </p>
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		<title>Wie Kant Raum für den Glauben schaffte</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 15:34:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[  In der Ausgabe Oktober 1975 der Zeitschrift The Ayn Rand Letter beschäftigt sich Ayn Rand in dem Aufsatz From The Horse&#8217;s Mouth (auch enthalten in dem Sammelband Philosophy: Who Needs It?)  mit dem Buch Immanuel Kant: Sein Leben und seine Lehre (englisch: &#34;Immanuel Kant: His Life and Doctrin&#34;) des deutschen Philosophen Friedrich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="paulsen_friedrich2.jpg" href="http://www.objektivisten.org/blog/wp-content/uploads/2008/03/paulsen_friedrich2.jpg" title="paulsen_friedrich2.jpg"><img src="http://objektivisten.files.wordpress.com/2008/03/paulsen_friedrich2.thumbnail.jpg" alt="paulsen_friedrich2.jpg" align="left" /> </a> In der Ausgabe Oktober 1975 der Zeitschrift <a href="http://www.noblesoul.com/orc/mags/rand_letter_2.html">The Ayn Rand Letter</a> beschäftigt sich Ayn Rand in dem Aufsatz <em>From The Horse&#8217;s Mouth</em> (auch enthalten in dem Sammelband <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/0451138937/objektivvernu-21">Philosophy: Who Needs It?) </a> mit dem Buch <em>Immanuel Kant: Sein Leben und seine Lehre</em> (englisch: &quot;Immanuel Kant: His Life and Doctrin&quot;) des deutschen Philosophen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Paulsen">Friedrich Paulsen</a> (1846 &#8211; 1908). Paulsen ist ein überzeugter (wenn auch kein unbedingter) Anhänger Kants und seine Darstellung der Philosophie Kants ist so empörend für Rand, weil sie sein Buch als ein Symptom ansieht für die Zustand der Welt des 19. Jahrhundert (das Buch erschien 1898), eine Welt, die existenziell die beste war in der Geschichte des Westens, philosophisch aber die schlechteste: &quot;Paulsen demonstriert nur, wie vollständig diese Bösartigkeit sich verbreitet hatte in der westlichen Kultur am Anbeginn des 20. Jahrhunderts.&quot; <span id="more-58"></span>  Und die Ursache dieser Bösartigkeit liegt im Wirken des Philosophen aus Königsberg. Der &quot;ehrliche Kommentator&quot; Paulsen, so Rand, versuche gar nicht, Kants Philosophie zu verschleiern: &quot;Es gibt drei Verhaltensweisen des Geistes zur Wirklichkeit, die Anspruch auf Wahrheit machen: Religion, Philosophie und Wissenschaft. (&#8230;) Im Allgemeinen nimmt die Philosophie eine Mittelstellung zwischen Wissenschaft und Religion ein. (&#8230;) Als ihre eigentümliche Aufgabe stellt sich der geschichtlichen Betrachtung eben darum die Vermittlung zwischen Wissenschaft und Religion dar; sie strebt das Wissen und den Glauben zur Einheit zu führen und dadurch die Einheit des geistigen Lebens herzustellen. Sie leistet das dem Einzelnen und der Gesamtheit; wie sie dort zwischen Kopf und Herz vermittelt, so hindert sie hier, dass Wissenschaft und Religion einander völlig fremd und gleichgültig werden, dass das geistige Leben des Volks auseinander fällt in glaubensscheue Wissenschaft und wissensscheuen Glauben oder Aberglauben.&quot; (zitiert nach dem deutschen Original, Stuttgart 1924, 7. Auflage) Die Konflikt zwischen Wissen und Glauben, erklärt Paulsen, habe &quot;sich durch die ganze Geschichte der menschlichen Denkens&quot; (S. 4) gezogen und Kants große Leistung bestehe daraus, dass er sie versöhnt habe: &quot;So löst die kritische Philosophie das alte Problem des Verhältnisses von Wissen und Glauben auf. Kant ist überzeugt, dass es ihm gelungen ist, durch richtige Grenzscheidung der Gebiete den Grund zu einem ehrlichen und dauernden Frieden zwischen ihnen gelegt zu haben. In der Tat wird hierauf in erster Linie die Bedeutung und Lebenskraft seiner Philosophie beruhen. Im einzelnen mag uns manches an ihr unanehmbar sein, das ist ihr bleibendes Verdienst, dass die Grenzlinie zwischen dem Wissen und Glauben in großen Zügen zum erstenmal mit sicherer Hand gezogen hat: sie gibt dem Wissen, was ihm gehört, die ganz Welt der Erscheinung zu freiester Untersuchung; sie gibt andererseits dem Glauben, was sein ewiges Recht ist: die Deutung des Lebens und der Welt aus dem Gesichtspunkt der Werte.&quot; (S. 6) Diese Aufteilung, lautet Rands Interpretation, erlaubt der Vernunft, die materielle Welt zu erobern, aber eliminiert sie von der Auswahl der Ziele, für die die materiellen Errungenschaften eingesetzt werden sollen: &quot;In Kants System hat die Moralität nichts zu tun mit dieser Welt, auch nichts mit der Vernunft oder der Wissenschaft, sondern kommt -durch die Gefühle- aus einer anderen, unerkennbaren, &#8216;noumenalen&#8217; Dimension.&quot; Rand beschreibt anhand eines Beispiels die praktischen Folgen einer Begrenzung der Wissenschaft auf die materielle Welt und des Glaubens auf den Bereich der Moralität und macht die überlebenswichtige Bedeutung der Philosophie dadurch deutlich: &quot;Was wäre, wenn einer von jenen Männern politische Macht bekommen würde, und müßte über die Frage entscheiden, ob er einen Atomkrieg auslösen möchte. Als ein Kantianer müßte er diese Entscheidung nicht aufgrund von Vernunft, Wissen und Fakten treffen, sondern aufgrund des Drängens des Glaubens, d.h. von Gefühlen, d. h. von Launen.&quot;</p>
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		<title>Der Rothbard-Rand-Bruch</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2007 09:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>objektivisten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Objektivismus]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Geschichte des amerikanischen Libertarianismus ist es nur eine Episode, aber eine, an die sich manche Legenden knüpfen, denen man eine Dauerexistenz in den Köpfen der Menschen nicht erlauben sollte. Ich meine die kurze Episode eines intellektuellen Kontaktes zwischen dem Ökonomen Murray Rothbard, dem Vater des modernen Anarcho-Kapitalismus (1926 &#8211; 1995) und Ayn Rand, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">In der Geschichte des amerikanischen Libertarianismus ist es nur eine Episode, aber eine, an die sich manche Legenden knüpfen, denen man eine Dauerexistenz in den Köpfen der Menschen nicht erlauben sollte. Ich meine die kurze Episode eines intellektuellen Kontaktes zwischen dem Ökonomen <a href="http://www.lewrockwell.com/rothbard/rothbard23.html">Murray Rothbard</a>, dem Vater des modernen Anarcho-Kapitalismus (1926 &#8211; 1995) und Ayn Rand, der Begründerin des Objektivismus. <span id="more-18"></span></p>
<p>Der Initiative für den Kontakt zwischen Rothbard und Rand ging von Rothbard aus, der nach Aussage von <a href="http://www.noblesoul.com/orc/bio/reisman.html"><strong><font color="#999988">George Reisman</font></strong></a> im Sommer 1954, über drei Jahre vor der Veröffentlichung von <em>Atlas Shrugged</em>, den Namen von Rand bei einem Gruppentreffen erwähnte und ein Treffen mit Rand im Juli des gleichen Jahres arrangieren konnte. Beide traffen sich danach ungefähr fünf oder sechs Mal in einem größeren Kreis. Von diesen Treffen existieren keine Tonbandaufnahmen, sodass man naturgemäss nur noch auf die Äußerungen der Beteiligten zurückgreifen kann. Eine Tonbandaufnahme existiert allerdings von einem Interview, dass Barbara Branden mit Rothbard für ihre Rand-Biographie <em>The Passion of Ayn Rand </em>führte, wo er behauptete, dass er Rand kaum kenne und wenig über sie sagen könne. Was ihn allerdings nicht davon abgehalten hatte, nach dem Abbruch der Kontakte zur Gruppe von Rand über den &#8220;totalitären Kult der Randianer&#8221; herzuziehen.</p>
<p>Nach dem Abbruch der Interaktion zu Rand trennte sich ein Teil der Mitglieder von Rothbards <em>Circle Bastiat </em>von ihrem Vordenker und stieß zur Gruppe von Rand. Über die Ursachen der Trennung existieren höchst unterschiedliche Versionen, auf die im folgenden noch ausführlicher einzugehen sein wird. Andre F. Lichtschlag schreibt in seinem Buch <em>Libertarianism </em>nur recht lapidar, ohne dafür eine Quelle anzugeben: &#8220;Rothbard überwirft sich früh mit der privat wenig umgänglichen Ayn Rand und entwickelt ihren Objektivismus als Naturrechtsphilosphie weiter.&#8221; Noch nebulöser drücken sich Andre F. Lichtschlag und Michael Kastner in der Zeitschrift <em>eigentümlich frei </em>( Nr. 39) aus: &#8220;Zeitweilig gehören Mitglieder der Gruppe (des Circle Bastiat, W. Sch.) auch dem engeren Kreis um die &#8216;Hohepriesterin des Kapitalismus&#8217;, Ayn Rand, an. Die amerikanische Bestsellerautorin Rand wird die Anarcho-Kapitalisten später als &#8216;hippies of the right&#8217; bezeichnen &#8211; und meiden.&#8221; Auch hier kein Hinweis darauf, warum Rand die Anarcho-Kapitalisten, und speziell Rohtbard, &#8220;mied&#8221;, und auch kein Hinweis auf den Frontwechsel, den einige von Rothbards Anhängern nach der Trennung von Rand vollzogen, darunter auch George Reisman und Robert Hessen.</p>
<p>Persönliche Antipathien mögen für das Ende der Beziehung zwischen Rand und Rothbard durchaus eine Rolle gespielt haben, denn zumindest für Rand ist bekannt, dass sie sich schon beim ersten Treffen mit Rothbard unbehaglich in dessen Gegenwart fühlte und ihn nicht besonders mochte, was selbst bei einer großen ideologischen Nähe keine gute Basis für ein gedeihliches Zusammenwirken ist. Um einen zeitlichen Rahmen für die Episode abzustecken, sollte man festhalten, dass Rands <em>Atlas Shrugged </em>im Oktober des Jahres 1957 in den USA veröffentlicht wurde und der Kontakt zwischen Rothbard und Rand bereits im Juli 1958 wieder vorüber war. Aus Sicht der Gruppe der Objektivisten lag der Grund den Bruch in Rothbards Plagiat eines ihm vorliegenden Skriptes von Barbara Branden. Dieser Vorwurf wurde ihm in persönlichen Briefen gemacht, auf die Rothbard aber nicht antwortete, sondern die Sache öffentlich machte, indem er weitere Personen in die Kontroverse einbezog, unter anderem auch Ludwig von Mises. Desweiteren fühlte sich Rand durch eine Rand-Parodie beleidigt, die Rothbard mit einigen Freunden während einer Party am 2. März 1958 spontan aufgeführt und auf Tonband aufgenommen hatte. Dass Ayn Rand bei einer Person, die sie ohnehin nicht besonders mochte und nun den Vorwurf des Plagiats und der persönlichen Beleidigung machte, jedweden weiteren Kontakt mied, dürfte auf der Hand liegen.</p>
<p>Aus Sicht von Rothbard und seinen Freunden stellte sich die Kontroverse allerdings völlig anders dar. Einer von Rothbards Freunden auf der Rechten, Samuel Francis, schildert dies so:<br />
&#8220;Murray, einer der führenden marktwirtschaftlichen Ökonomen und liberalen Denker, war lebenslang ein Agnostiker, aber seine Frau, Joey, war und ist eine Christin. Als sie jünger waren, hatten sie etwas zu tun mit Rand und ihrem Kreis von Gläubigen, aber dann fand die Große den Glauben von Joey heraus.<br />
Rand gab Joey sechs Monate, um sich in ihre eigenen Wälzer gegen die Religion zu vertiefen. Falls Joey am Ende dieser Periode ihren Glauben aufgegeben hätte, könnten sie und Murray sich einschreiben bei der Quelle Aller Wahrheit Selbst. Wenn nicht, hätte sich Murray von Joey scheiden lassen müssen, oder ansonsten wären sie verbannt worden. Murray sagte Rand richtigerweise, dass sie sich zum Teufel scheren solle (oder Worte mit dieser Wirkung). Er behielt seine Frau, und seine Frau behielt ihren Glauben, und irgendwie schafften sie es, glücklich zu leben, ohne die Unterstützung von Rands Weisheit.&#8221;</p>
<p>Diese Geschichte macht die Runde seit Jahrzehnten und man kann sie überall im Internet so oder so ähnlich nachlesen, und wenn sie tatsächlich stimmen würde, würde sie Rand tatsächlich in ein extrem schlechtes Licht stellen. Rothbard selbst schildert die damaligen Vorgänge in einem Aufsatz für die Zeitschrift <em>Liberty</em> (&#8220;My Break with Branden and the Rand Cult&#8221;) allerdings etwas anders als sein Freund Francis:&#8221; Meine Frau Joey war und ist praktizierende Christin. Ich wußte von Anfang an, dass Rand fanatisch antireligiös war, dass Rand Gott weit mehr hasste als sie je den Staat hasste. Also drückte ich es gegenüber Branden bei unserem allerersten Treffen ganz direkt aus: &#8216;Ist es Ihre Meinung, dass ich mich von Joey scheiden lassen sollte, weil sie eine Christin ist?&#8217; Nathan antwortete: &#8216;Wie können Sie denken, dass wir solche Monster wären?&#8217; Brandens Antwort wiegte mich in einem falschen Gefühl von Sicherheit. Als die Monate sich hinzogen, wurde mir jedoch bewußt, dass, während Branden technisch die Wahrheit gesagt hatte, die randianische Attitüde womöglich sogar noch schlimmer war. Denn ich sollte mich nicht von Joey scheiden lassen, weil sie eine Christin war. Ich sollte mehrere Monate damit verbringen, dass arme Mädchen zu schikanieren, damit sie zum Atheismus konvertiert. Wenn dies scheiterte, sollte ich mich scheiden lassen.&#8221;</p>
<p>In Rothbards Darstellung ist nicht davon die Rede davon, dass die Objektivisten ihm &#8220;gesagt&#8221; hätten, er solle sich scheiden lassen. Die geforderte Scheidung scheint nur eine Interpretation der Ereignisse durch Rothbard zu sein. Dort wo er den mutmaßlichen Übeltäter Nathaniel Branden wörtlich zitiert, sagt dieser genau das Gegenteil von dem, was Rothbard suggerieren will. Im Gegensatz zu Francis sagt Rothbard auch nicht, dass Rand etwas mit der Sache zu tun habe. Nathaniel Branden bewertet die Aussagen von Rothbard als Lüge: &#8220;Die Religion seiner Frau wurde nie von uns diskutiert und war kein Thema. Rothbard hat so viele Lügen über Rand und mich erzählt, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.&#8221; Rothbards Bemerkung über den &#8220;Hass&#8221; von Rand treffen den Kern der Sache auch nicht, denn Rand war in erster Linie pro-Vernunft, ihre Einstellung gegenüber der Religion war davon nur abgeleitet (&#8220;Ich kämpfe <em>für</em> die Vernunft, nicht <em>gegen</em> die Religion.&#8221; Ayn Rand, Letters of Ayn Rand, 20. März 1965). Auch dürfte sich Rand kaum einem Hass auf Gott hingegeben haben, da dieser nach ihrer Ansicht doch überhaupt nicht existierte. Nathaniel Branden weist in seinem <a href="http://www.nathanielbranden.net/ayn/ayn01.html"><strong><font color="#999988">Booknotes-Interview </font></strong></a>darauf hin, dass die damaligen Objektivisten keine Militanten bei diesem Thema gewesen wären: &#8220;Wir waren einfach Nicht-Gläubige.&#8221;</p>
<p>Obwohl Rothbard davon ausging, dass Rand und ihre Anhänger &#8220;fanatisch antireligiös&#8221; wären, bringt er das Thema Religion in einer provokativen Weise zur Sprache. Man kann annehmen, dass Rothbard sich durchaus darüber im klaren war, dass seine philosophische Position mit derjenigen der Objektivisten nicht kompatibel war. Rothbards Agnostizismus war für die Objektivisten keineswegs akzeptabler als eine theistische Position. Nathaniel Branden nennt die agnostische Position in einem Aufsatz aus dem Jahr 1963 &#8220;die am wenigsten haltbare&#8221; Position in Bezug auf die Existenz Gottes: &#8220;Der Theist glaubt an die Existenz Gottes &#8211; ohne Grund. Der Agnostiker glaubt an die Möglichkeit der Existenz Gottes &#8211; ohne Grund. Aber der Theist, der seine Überzeugung ganz offen auf den Glauben stützt, ist in einer Hinsicht näher an der Realität: Er gibt nicht vor, rational zu sein.&#8221; Rothbard konnte im Laufe der Gespräche mit den Objektivisten nicht verborgen geblieben sein, dass hier eine Gruppe mit einer kohärenten Philosophie und einem großen Sendungsbewußtsein existierte, die keineswegs bereit war, sich durch Personen von außen in Frage stellen zu lassen.<br />
Rothbard stand vor der Alternative, sich entweder durch die Objektivisten überzeugen zu lassen, wie es Reisman oder Hessen aus seinem ursprünglichen Kreis taten, oder zu verschwinden. Rothbard wollte verschwinden, aber nicht ohne vorher provoziert zu haben. Vor der gleichen Alternative stand auch Alan Greenspan, der spätere Chef der amerikanischen Federal Reserve. Rand mochte auch ihn nicht und bewertete seine philosophischen Ansichten als irrational. Greenspan ließ sich allerdings durch Gespräche mit Nathaniel Branden überzeugen, und blieb der Gruppe um Rand erhalten.</p>
<p>Obwohl bestimmte harte Fakten der damaligen Ereignisse, wie zum Beispiel Tonbandaufnahmen, nicht vorliegen, deutet alles darauf hin, dass Rothbard die Vorkommnisse zu seinen Gunsten verdrehte. Er hatte ein Motiv die Sache anders darzustellen als sie tatsächlich war, denn der Plagiatsvorwurf lastete schwer auf ihm, außerdem hatte er Anhänger seines <em>Circle Bastiat</em> an Rand verloren. Es ist auch kaum anzunehmen, dass diese Personen sich auf die Seite von Rand geschlagen hätten, wenn Rothbards Vorwürfe irgendwie zutreffend gewesen wären. Teilnehmer der damaligen Gespräche zwischen Rand und Rothbard sagen auch aus, dass über die Religion von Rothbards Ehefrau niemals gesprochen worden sei. Briefe aus der damaligen Zeit, die erhalten geblieben sind, zeigen auch, dass das Thema &#8220;Plagiat&#8221; tatsächlich diskutiert wurde, was Rothbard auch selber einräumt. Der Bruch zwischen Rand und Rothbard ist insofern typisch für das politische Leben des Murray Rothbard, als dieser zwar seinen politischen Grundsätzen im Verlauf seines Lebens recht treu blieb, aber bei seinen Bündnispartnern keine Kontinuität wahrte. Als relativ neutraler Zeuge der Rand-Rothbard-Fehde kann noch Roy Childs herangezogen werden, der sowohl mit Rothbard als auch mit Branden befreundet war und während der meisten Zeit seines intellektuellen Lebens Rothbards Anarchismus nahe stand. Childs glaubte, dass die Hauptpunkte der Kontroverse der Plagiatsvorwurf gegen Rothbard und die Lächerlichmachung durch die Rand-Parodie waren. Niemals erwähnte er die Religion von Joey Rothbard als Grund für die sog. Exkommunikation von Murray Rothbard.</p>
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